10%, wir sind gar nicht so schlecht

Posted by Tobias
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Uff, was für ein Tag! Es muss ja auch nicht immer Spaß machen.

Es fing schon damit an, dass wir schlecht geschlafen haben. Morgens sind wir verhältnismäßig spät aus Todtmoos weggekommen. Im Ort musste Frank noch ein paar Müsliriegel kaufen, weil sein Elbenbrot fast aufgebraucht ist. Während Frank einkauft, beschäftige ich mich mit meinem IPhone, das hat plötzlich Problem mit dem GPS Empfang und trackt nicht mehr vernünftig.

Nach dem Einkauf ging die heutige Etappe dann auch gleich mit einem biestigen Anstieg los, der immer steiler wurde und mal wieder kein Ende finden wollte. Kurz vor Ende verschlucke ich auch noch irgendso ein rumfliegendes Kleintier. Bei der Schnauberei mit offenen Mund eigentlich ein Wunder, dass sowas erst bei der siebten Etappe passiert, schön ist es trotzdem nicht! Vor Schreck fange ich an zu husten und zu würgen, kann mein Frühstück aber glücklicherweise noch so gerade bei mir halten. Frank bekommt von der ganzen Sache nichts mit, der hat gerade Pause gemacht.

Nach der Königsetappe gestern kommen wir beide überhaupt nicht in Tritt. Die Tour bietet heute auch erst am Ende einige schöne Aussichten. Bei Großbühl müssen wir mal wieder über eine Weide, das Warnschild macht Mut und warnt vor Jungbullen, die sich durch Wanderer gestört fühlen könnten. Danach verlaufen wir uns erstmal ordentlich. Ein Wegweiser ist so unglücklich verbogen, dass er auf den falschen Pfad zeigt. Durch Franks Karten finden wir aber wieder auf den Weg und so langsam kommt auch ein bisschen Spaß auf. Wir laufen eine zeitlang bergab, folgen dem Steinbächle und kehren bei St. Blasien bei einer Konditorei ein und gönnen uns Apfelschorle und Cola.

Der Weg führt uns nun immernoch leicht bergab zum Albstausee, an dessen Ufer wir entlang wandern, um uns dann im Finale der Etappe nochmal zwei heftigen Anstiegen zu stellen. Ab hier läuft es dann eigentlich ganz gut, vorallem der Schweiß aus allen Poren. Vor dem Anstieg haben wir uns glücklicherweise nochmal mit Elbenbrot gestärkt. Es ist natürlich kein echtes Elbenbrot! Aber durch die immergleichen Müsliriegel, die wir uns vor der Reise in rauen Mengen gekauft haben, kommen wir uns nun vor, wie Frodo & Sam aus dem Auenland. Für's nächstemal müssen wir auf mehr Abwechslung bei der Auswahl der Müslirieglen achten ;) Aber vielleicht liegt Mordor ja auch am Titisee, in zwei Tagen werden wir es sehen. Dann haben wir es geschafft. Nur noch zwei Etappen, unglaublich, wie schnell das nun alles ging.

Als wir in Höchenschwand im Hotel einchecken und erzählen, dass wir heute auch den ganzen Weg gegangen sind, werden wir beglückwünscht! Es würden nach der gestrigen Etappe nur 10% der Wanderer schaffen, auch die heutige Etappe komplett zu laufen. 90% würden ab St. Blasingen den Bus nehmen. Na toll, wenigstens was.

Erkenntnis der Tages: Wir gehören zu den Top 10% Wanderern!

Anmerkung: Ich glaube, dem IPhone ist es einfach zu warm hier. Das hat schon wieder nicht alles getrackt und wenn ich mir die Stelle anschaue, wo es den Dienst verweigert hat, da sind wir durch die pralle Sonne gerannt.

Ich hoffe nur, dass es heute nicht wieder so eine unruhige Nacht wird. Wir können, genau wie gestern Nacht, den Zimmernachbarn schnarchen hören!

Track_Graph: 
Hotel Todtmoos
Brücke im Wald
Steinchen stören
Ibacher Kreuz
Achtung Herde
Die Herde
Über die Weide
Verlaufen
Waldweg
Steinenbächle
Albstausee
Alter Liebesbeweis
Albstausee Rückseite
Albstausee Staumauer
Alter Wegweiser
Albstausee Staumauer 2